Freitag, 31. Juli 2009

the adventures of inspector hardbrenner pt. 5

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angestrengt versuchte hardbrenner die einzelnen puzzlesteine zu einem harmonischen ganzen zu fügen, aber es war wie bei diesem schiebespiel in seiner jugend: kaum hatte man einen großteil der zahlen in der richtigen reihenfolge tanzte ein teil unrettbar aus der reihe. nur diesmal wusste er noch nicht einmal, welches teil das war.

"sag mal filmriss, bekommst du das ganze irgendwie zusammen?"

ein wie vom grund eines sehr tiefen brunnens herausgepresstes "häh?" überzeugte ihn von der immer noch anhaltenden alkohol- und pilzinduzierten demenz seines partners.

"erste möglichkeit," dozierte er, von der abwesenheit kompetenten publikums unbeeindruckt, weiter "diese pilz-kids haben uns erst bewirtet, abgefüllt und betäubt ..." (als ob sie nicht dankbare opfer gewesen wären, die sich dem rausch in die arme warfen wie einer fünf-euro-nutte am frühen sonntag morgen) "... und uns dann noch nach hause geschafft, wobei sie allerlei hinweise hinterließen auf das wir den weg auch ja wieder hierher zurück finden ... oder aber wir haben uns selber heimgebracht, wobei das chaos im büro durch einen ungezügelten ausbruch unseres tierischen selbst zu erklären wäre.

Aber --" er machte eine bedeutungsschwangere pause, wofür er von filmriss mit einem karpfenähnlichen blick belohnt wurde, "wieso sollten die sich belasten und wie passt dann der anruf aus garten 23 hier rein? zumal dessen bewohner ebenso dreck am stecken zu haben scheinen."

"und zweitens? chef?", verdammt, sein kollege fing wieder an zu funktionieren.

"achja. zweitens: die bewohner von no. 23 haben uns in hilfloser verfassung gefunden und uns nach hause transportiert. wobei --" der inspector hob die stimme, da er sich auf der zielgeraden seiner ausführungen befand, "eine frage bleibt: qui bono? - wem nützt es?

beide parteien stehen nicht gut da - es muss also ein dritter nutzen daraus ziehen!"

wie zur bekräftigung des soeben gesagten schlug hardbrenner mit der faust gegen den türrahmen.

unter den ersterbenden widerhall in ihren köpfen schob sich ein neues, scharrendes geräusch und parallel dazu erschien im boden des zimmers ein größer werdendes rechteck.

"was in gottes namen ...!" beim fluchen vergaßen beide gern ihre atheistische weltanschauung.

zumindest hatten sie ihren keller gefunden.

--
wird fortgesetzt

Donnerstag, 23. Juli 2009

the adventures of inspector hardbrenner pt. 4

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sie waren zum angegebenen garten gefahren und wie erwartet trafen sie dort auf eine handvoll kids, welche friedlich um ein feuerchen saßen, ein paar bierchen tranken und rauchten.

ok - der geruch des rauches ließ weitere erinnerungen hochsteigen ... damals ... '68 ... aber herrgott! soll doch jeder seine eigenen erfahrungen machen.

aber nach lärmbelästigung sah das ganze nicht aus - eher nach einem entspannten beisammensein ganz nach dem geschmack der beiden ordnungshüter und da der feierabend sowieso gerade erreicht war ...

nun ja - zur not könnte man den abend als undercover-operation rechtfertigen.

auf die lärmbelästigungsbeschwerde reagierten diese untypischen kleingärtner natürlich empört und verwiesen auf das nachbargrundstück. was da abends ab und an aus dem keller für musik käme ...

"der pilzeintopf ist fertig!!!" - und vor allem war er lecker ... und danach ...

stop.

nix mehr.

war's das?

zurück im hier und jetzt wurde hardbrenner klar, dass irgend etwas faul an der geschichte war ... nix an den kids natürlich - aber seit wann haben gartenlauben einen keller??

derartig vorgewarnt schlichen die beiden in die anlage. alles unverändert. gärten wie aus dem katalog. aber unnatürlich ruhig. niemand beäugte sie, keiner wässerte die beete - ja selbst die vögel schienen eine kleine pause eingelegt zu haben.

garten nr. 23 - ein mit rosen bewachsener bogen zierte den eingang. daneben die unvermeidliche regentonne inklusive wasseranschluss. der weg zur laube gepflastert, blumen und nutzpflanzen zu gleichen teilen. die ganze parzelle atmete die abwesenheit ihrer besitzer - die gartenmöbel waren mit planen überzogen.

vorsichtig näherten sich hardbrenner und filmriss der angelehnten tür welche den blick in das innenleben der laube freigab: kochnische, drehsessel aus den 50ern (die leute hatten geschmack!), rudimentäre anbauwand und ein alter schwarz/weiß fernseher.

aber nix, wirklich gar nix lies auf eine feierwütige meute schließen (geschweige denn auf einen keller).

gedankenverloren zupfte hardbrenner am fliegenvorhang, einem grässlichen rot-orange-grün-blauem ding aus pvc.

was hatten sie übersehen??

wie sah ihr nächster schritt aus??

wird fortgesetzt ...

Freitag, 10. Juli 2009

the adventures of inspector hardbrenner pt. 3

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sie quälten sich durch den verkehr in richtung aussenbezirke der stadt.

zähflüssig wie ahornsirup.

nervös rückte sich hardbrenner die sonnenbrille zurecht. er liebte und lebte dieses klischee. dirty harry, charly bronson sowieso die ganzen polizeiserien der 70er - das waren die gründe, weshalb er sich für dieses leben entschieden hatte.

nix da mit diesen weichgespühlten typen aus miami vice oder gar dieser rotschopf aus csi, der die ganze serie über nix anderes zu machen schien als die sonnenbrille auf- bzw. abzusetzen und dabei wehmütig/vorwurfsvoll in die kamera zu blicken. vor allem hielt dieser typ dabei den kopf immer schräg ... hmmm ein weiteres rätsel um welches man sich bei gelegenheit ...

abrupt musste er in die eisen steigen, da ein großteil seiner aufmerksamkeit auf die attraktive gehwegdekoration gerichtet war und der plötzlich auftauchende vordermann - mit einem erheblichen geschwindigkeitsdefizit - ihn aus der ruhe brachte.

verdammt.

ein blick auf die beifahrerseite zeigte ihm jedoch, dass filmriss weiter vor sich hin döste, unschuldig wie ein baby.

langsam lichtete sich der verkehr und wohnhäuser machten mächtigen industrieanlagen platz, durchbrochen vom zaghaften grün vereinzelter sträucher und bäume.

wer suchte sich einen kleingarten in solcher umgebung??

leute mit dem bedürfnis nach abgeschiedenheit, die unter sich sein wollen.

ob es eine art loge der kleingärtner gab?
zur fruchtbaren scholle oder so?
mit geheimen handschlägen, losungen und symbolen um im gartenmarkt die besonders gute erde zu bekommen, den spezialdünger, den supersamen.

sie parkten den wagen etwas abseits, sondierten die lage und die schlimmsten erwartungen wurden übertroffen:
beete wie mit dem lineal gezogen, erdbeeren, kartoffeln, bohnen - dazwischen die typischen gartenkräuter. kein unkraut. der rasen sauber getrimmt. stachel- und johannisbeersträucher. apfelbäume.
auf den gartenlauben satellitenschüsseln - und mit sicherheit bezahlten auch alle brav ihre zusätzlichen gez-gebühren.

so plötzlich wie die bremslichter des vordermannes auf der autobahn bei 200 km/h und nebel kamen hardbrenner die erinnerungen wieder.

ein anruf. wegen lärmbelästigung. gartennummer 22. sie waren natürlich ausgerückt.

und wieder waren sie des rätsels lösung um einen schritt nähergekommen ...

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wird fortgesetzt ...